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Im Auge des Sturms

Der andere Morgen begann, wie der Tag zuvor aufgehoert hatte: Stuermisch. Nach dem Fruehstueck hatten wir eine Glasbodenboot-Fahrt gebucht, auf die wir uns eigentlich auch gefreut hatten. Nur leider, halt eben das Wetter. Wenigstens hoerte es mehr oder weniger wieder auf zu regnen. Was ja eh nicht sooo schlimm waere, nur dass halt das Licht zum Schnorcheln ein bisschen bescheiden war. Dafuer gab sich die Unterwasserfauna reichlich Muehe, uns zu entschaedigen. Insgesammt sahen wir etwa 5 Mantas!! Fantastisch. Mit Fuchsschwanz an der Antenne und Lammfellpolstersitzueberzug. Die restliche Fischwelt hat mich an diesem Tag nicht sooo aus den Socken gehauen, ich muss jedoch zugeben, dass ich ja auch schon einiges gesehen habe in meinem Schnorchlerleben.
Daniela, die mit den Jungs im Boot geblieben war, hatte dafuer ein um so interessantes interkulurelles Erlebnis, das ich Euch noch kurz schildern moechte: Neben ihr im Boot sass ein Japaner, der irgendwie die unangenehme Eigenart hatte, staendig ruelpsen zu muessen (ich fuehrte das darauf zurueck, dass er eigentlich Seekrank sei und Daniela froh sein muesste, dass er sich nicht direkt uebergaebe - was sich dann als unwahr herausstellte, da er auch an Land weiterruelpste). Sie fragte ihn dann beilaeufig, ob er nicht auch schnorcheln gehen wolle, was er dann aber verneinte (ist auch sehr unangenehm, immer durch den Schnorchel ruelpsen zu muessen). Das machte Daniela ungluecklich. So ungluecklich, dass sie den Japaner jedes Mal wenn er seinen oralen Druckausgleich praktizierte (und das war immerhin etwa 5 - 10 Mal pro Minute !!!) ihn ziemlich boese anschaute. Seine Frau hingegen muss wohl Danielas Gesichtsausdruck missinterpraetiert haben und als neidvollen Blick verstanden haben, denn nicht ohne Stolz laechelte sie Daniela an ("siehst du, mein Macker kann besser ruelpsen, als deiner..."). ...wenn die wuessten, dass ich 12 Jahre haertestes Pfaditraining hinter mir habe.... ;)
So kam dann nicht wirklich eine interkulturelle Verstaendigung zu stande, was eigentlich schade war.

Den restlichen Tag verbrachten wir mit Voegel Beobachtungen und Filme gucken mit den Jungs. Der Wetter war wieder am unteren Rand der Akzeptabilitaetsskala. Auf der Insel leben geschaetzte 1 Million Seevoegel, die ueberall (und ich meine ueberall) brueten. Man kann so bis ca. 20 cm zu den Tieren heran, ohne dass sie davon fliegen. Huebsche Geschoepfe. Einige brueten gerade ihre Eier aus, andere ziehen bereits den Nachwuchs auf und wieder andere sind noch (oder bereits wieder) am Balzen.
Waehrend die Jungs "Lion King" (auf Englisch) schauten, plauderte ich mit ein paar Marketing-Typen von Panasonic, die eine Event fuer Journalisten aus ganz Australien hier auf der Insel vorbereiteten. Dies zur Markteinfuehrung zweier neuer Produkte. Eine superkleine 10 Megapixelstarke Kompaktkamera (irgendeine aus der Lumix Reihe) und eine Videokamera mit Speicherchip, die ein bisschen schwerer als eine Zigischachtel ist und wasserdicht (!) ist. Er hat mir dann auch Aufnahmen mit beiden Produkten gezeigt. Echt beeindruckend. So ging auch der Nachmittag vorueber. Ach ja, zwischendurch haben wir noch an einem verrosteten Toeggelikasten eine Partie gespielt. Achtung Goetti, aus dem Fabrice wird mal noch was!

Am spaeteren Nachmittag, als es mal nicht so stark regnete, gingen wir mal noch ein bisschen die Insel erkunden. Das Wasser hier ist glasklar, sogar bei starkem Wellengang und truebem Himmel. Am Strand wimmelt es von schoenen Muscheln. Nicola haette am liebsten alle eingepackt. Doch leider lagen rund um und auf der Landepiste massenhaft tote und halbtote Voegel. Irgendwie haben die das noch nicht so geschnallt, dass ihnen die Propeller der Flugzeuge nicht so gut bekommen.

Gegen Abend zog dann der naechste Sturm auf. Der war noch ein bisschen heftiger. Ich hatte das Gefuehl ich merkte, wie der Luftdruck sank. Demensprechend war die Nacht auch sehr unruhig fuer uns, denn der Wind bliess durch saemtliche Ritzen und heulte um die Hausecken. A propos Heulen. Auf der Insel leben auch "Muttonbirds", deren Angewohnheit es ist, nach einbruch der Dunkelheit zu heulen. So eine Mischung aus Kleinkind, Katze und raeudigem Hund. Furchteinfloessend.

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